Faßausbau

Der Faßausbau...

...bezeichnet die weitergehende Reifung eines Weines, der die alkoholische Gärung hinter sich gelassen hat und den größten Teil seiner Trübstoffe durch Filterung abgeworfen hat. Der Faßausbau geschieht in Eichenholzfässern mit meistens 225L Inhalt, die man dann hierzulande "Barrique" nennt. Das hochwertigste Holz hierfür kommt von der Limousin-Eiche. Man könnte natürlich den Wein auch weiterhin in geschmacklich neutralen Kunststoff- oder Edelstahl-Tanks lagern, jedoch erzielt man mit Holzfässern bei den Konsumenten einen größeres Interesse. Zum Glück ist das aber nicht der einzige Grund für deren Verwendung: der Hauptgrund sind die holzeigenen Enzyme und der typische Eigengeschmack, die den Wein zunächst runder werden lassen. In geringem Maße wird auch die Alterungsfähigkeit durch holzeigene Tannine verlängert und, wohl am wichtigsten dabei: ein leichter Vanille-Geschmack ist zu bemerken. Allerdings kommt es noch darauf an, ob neue und an Inhaltsstoffen reiche oder ältere, schon "mildere" Fässer benutzt werden. Nach etwa drei Jahren geben die Fäßer keine Stoffe mehr an den Wein ab. Je nach Budget und Renommé leistet sich ein Chateau (meist jährlich) neue Fässer oder aber 1-2jährige gebrauchte.

Weinreifung im Holzfass

Man darf die Methode jedoch nicht übertreiben, da der Wein sonst zulasten seines eigenen Charakters zu sehr nach "Holz", bzw. "Vanille" schmeckt. Ein Beispiel für stark faßausgebaute Weine sind zum großen Teil die Weine aus Kalifornien, Australien, Neuseeland und Rioja/Spanien. In Frankreich und Italien findet man in der Regel einen vernünftigen Einsatz des Verfahrens. Die richtige Dosis an Faßgeschmack muss jeder für sich definieren, da es hierbei kein richtig oder falsch gibt - über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten. Einige Weinproduzenten gehen allerdings so weit, Holzspäne in den Wein zu geben, um so einen Barrique-gereiften Wein vorzutäuschen. Nüchtern betrachtet hat man hiermit eine prima Möglichkeit gefunden, den schwindenen Rohstoff der wertvollen Limousin-Eiche zu schonen, um einen bestimmten Geschmackstypus zu liefern. Fairerweise muss man jedoch die Frage stellen, wo hier die wirkliche Kellerkunst geblieben ist, wo Arbeit aufhört und "Schummeln" beginnt. Es existiert leider noch keine eindeutige Kennzeichnungspflicht für den Verbraucher, um beispielsweise die "Original-Barrique-Reife" von der "Holzspan-Methode" zu unterscheiden.

aktualisiert: 07/2011 | Anregungen hier abgeben

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