Classement

Alle Weine aus dem Bordeaux einheitlich und verläßlich zu klassifizieren ist verständlicherweise eine sehr komplizierte Angelegenheit, ist doch der Geschmackssinn sehr subjektiv. Eine allgemeinverbindliche Abstufung scheint nahezu unmöglich, da jede Zunge andere Informationen an das Gehirn schickt.


Schwer ist es auch, weil man unbedingt eine "Rangfolge" haben möchte. Trotzdem haben findige Köpfe zwei Schemata entwickelt, die den Verbrauchern die Auswahl leichter machen soll aber leider auch Verwirrung stiftet. Das Classement in Bordeaux wurde seinerzeit 1855 erstmals ins Leben gerufen, um anlässlich einer bedeutenden Ausstellung eine Rangfolge präsentieren zu können. Hierzu ersann man einen Zusammenhang aus Lage, Preis und Ansehen der damaligen akutellen Marktlage, um eine Einstufung für jedes angemeldete Chateau vorzunehmen. Und genau dort liegt für die heutigen Kritiker auch der Knackpunkt: nicht alle meldeten sich seinerzeit an und nahezu alle Berwertungskriterien sind nicht zeitlos.


Man hat sich darauf geeinigt, daß die Bezeichung A.O.C., (Appellation d´Origine Contrôlée, etwa vergleichbar mit dem deutschen 'Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete') einen kontrollierten und in der Qualität typischen, bzw. korrekten Wein offeriert. Eine höhere, in ganz Frankreich geltende Bezeichnung gibt es nicht; dafür die beiden niedriger eingestuften Land- und Tafelweine. Mit einem A.O.C.-Wein macht man im Grunde nichts falsch, da zumindest eine von Fehlern freie Qualität gekauft wird.


...hier hat es uns geschmeckt!

Da den Bordelaisern aber diese Einteilung zuwenig aussagekräftig war, hat man sich die zusätzliche Einteilung in "Crus" einfallen lassen. Demnach ist ein A.O.C.-Wein ohne Angabe eines Crus zunächst die gewohnte und einfache Qualität. Speziell im Gebiet von St.-Emilion sind es danach die sogenannten "Grand Cru", die zusammen mit den aus dem Médoc stammenden "Cru Bourgeois" die nächsthöhere Stufe der Qualität bilden. Dies sind oft Weine, die eine gehobene Qualität zu einem noch akzeptablen Preis bieten. Als Spitzenweine bezeichnet man hiernach im St.-Emilion-Gebiet die "Grand Cru Classé" -Weine, die dann im Médoc auch ohne das Wörtchen 'Classé' auftauchen. Speziell dort sind sie intern noch aufgegliedert in insgesamt 5 Cru-Classé-Gruppen, also eine extrem feine Abstufung, die nicht zwingend auf dem Etikett auftaucht. Die letzte Aktualisierung war übrigens 2007 - eine Übersicht folgt bald an dieser Stelle.


Insgesamt gibt es also eine Menge Möglichkeiten, sich zu orientieren. Es braucht allerdings ein Weile, bis man sich dieses System voll verinnerlicht hat, dann jedoch kann man seinen eigenen Geschmack in das offizielle Wertungschema einordnen, wenn man denn möchte...

aktualisiert: 07/2011 | Anregungen hier abgeben

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